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Mitten in der Metropole Hamburg gibt es einen einzigartigen Schauplatz der Kreativität, der Chancen und Gegensätze: Die Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel sowie der Harburger Binnenhafen werden Schauplatz der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg. Neben den Leithemen „Metrozonen“ (Entwicklung der inneren Stadtränder) und „Kosmopolis“ (Entwicklung der internationalen Stadtgesellschaft) hat sich die IBA die „Stadt im Klimawandel“ auf die Fahnen geschrieben, mit dem Ziel einer CO2-neutralen Stadtentwicklung. In diesem Rahmen sollen Projekte realisiert werden, bei denen die erneuerbaren Energien ein breites Anwendungsgebiet finden. Wichtig ist nicht der Symbolcharakter, sondern die Übertragbarkeit der eingesetzten Technologien auf kommerzielle Bauten.
Auch das 2009 in Bau gehende Informationszentrum der IBA, das IBA_Dock, wurde nach diesem Motto geplant, welches signalisiert, dass Klimatisierung ohne konventionelle Energieträger, wie Öl und Gas möglich ist. Das IBA_Dock ist eine auf einem schwimmenden Ponton erbaute Stahlkonstruktion. Unter dem Aspekt der Statik und der Gewichtsanforderung, werden die Aufbauten in Modulbauweise gefertigt und Vor-Ort auf dem Ponton montiert. Dies hat auch Einfluss auf die Wahl des wärmeabgebenden Systems. Da weder Estrich noch verputzte Wände im Gebäude verbaut werden, kommt somit auch keine konventionelle Wand- und Fußbodenheizung in Betracht. Die Verwendung von vorgefertigten Heiz- und Kühldeckenelementen, die im gesamten Gebäude installiert werden, sind hier die bessere Wahl. Mittels der Solarkollektoren auf dem Dach wird die Nutzung der Solarwärme für die Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung realisiert. Für den Anstellungswinkel der 16 IMMOSOLAR-Kollektoren wurden 50° mit einer Ausrichtung nach Süden gewählt. Durch die steile Anstellung werden gerade in den Übergangsmonaten die solaren Erträge maximiert und somit der Ausnutzungsgrad der Gesamtanlage erhöht. Die Bruttokollektorfläche beträgt ca. 34 m2. Für die Solarenergie gibt es 3 Abladeebenen, die nach Prioritäten hydraulisch angesteuert und geregelt werden. Die Brauchwasserbereitung hat die höchste Temperaturanforderung und somit die erste Priorität. Als zweite Ebene wird ein Heizungspufferspeicher angesteuert, der im mittleren Temperaturniveau arbeitet. Temperaturen unterhalb 30°C, welche weder für Warmwasser und Heizung verwendet werden können, werden in der dritten Abladeebene, dem geschlossenen Solesystem, zugeführt und zwischengespeichert. Ein weiterer Pufferspeicher, der zwischen der Wärmepumpe und dem Wärmeübertrager im Ponton installiert ist, speichert die Solarenergie. Die gespeicherte Energie wird in der Heizperiode mittels der Wärmepumpe auf ein für Heizwecke nutzbares Temperaturniveau angehoben und den Heizflächen oder der Warmwasserbereitung zugeführt. Dies maximiert deutlich den Solarertrag sowie die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe und somit die Effizienz des Gesamtsystems. Die solaren Abladeebenen sind Bestandteil des IMMOSOLAR EnergyManagers, der die hydraulische und regelungstechnische Kernkomponente des IMMOSOLAR EnergyManagementSystems darstellt. Er bildet die Schnittstelle zur Kopplung der Solarkollektoren und der Wärmepumpe sowie für die Systemeinbindung der Speicherkomponenten. Der IMMOSOLAR EnergyManager sorgt dafür, dass alle Energieströme temperatur- und bedarfsabhängig verwertet werden. Solarenergie wird bei Bedarf sofort an die Verbraucher weitergeleitet oder zur späteren Nutzung zwischengespeichert. Als Wärmepumpe kommt eine 44 kW IMMOSOLAR Sole-Wasser Wärmepumpe zum Einsatz, die das Gebäude sowohl heizt als auch aktiv kühlt. Über die installierten Heiz-und Kühldecken werden den Räume entweder Wärme zugeführt oder im Kühlfall entzogen. Die Vorlauftemperaturen werden im Heizfall auf 35°C und im Kühlfall auf 16°C begrenzt. Das sorgt für ein optimales Raumklima in den kalten wie auch warmen Monaten. Da das IBA_Dock als Informationszentrum für regen Publikumsverkehr und Ausstellungen konzipiert wurde, sind hygienischen Anforderungen an die Luftqualität gegeben. Der Luftwechsel des gesamten Gebäudes wird durch ein Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung gesichert. Um eine CO2-Neutralität zu gewährleisten, kommt eine Photovoltaikanlage zum Einsatz, deren Größe durch den Stromverbrauch der Wärmepumpenanlage einschließlich deren Hilfsaggregate bestimmt wird. Die Nutzung von Ökostrom für alle elektrischen Verbraucher unterstreicht letztendlich das gesteckte Ziel. Die Photovoltaikanlage ist auf der Ebene der Dachterrasse mit einem Anstellungswinkel von 30° nach Süden ausgerichtet. Die 63 polykristallinen Solon Module benötigen eine Fläche von ca. 103 m2 und erreichen eine Anschlussleistung von 14,8 kWp. Damit dem interessierten Besucher die Energieversorgung deutlich gemacht werden kann, wird der Technikraum begehbar gemacht und wird somit in die Bauausstellung integriert. Hinter einer Plexiglaswand werden die einzelnen Komponenten sichtbar dargestellt und anhand von Infotafeln erklärt. An einen Monitor werden die Besucher über Erträge, Verbräuche, Temperaturen und Anlagenzustand informiert. Das Monitoring ist fern auslesbar und kann somit individuell auf den Bedarf angepasst und nachgeregelt werden.
Grafiken und Renderings Urbanista, Hamburg
Fachliteratur: |






