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Ständig steigende Energiekosten, Nebenkosten in exorbitanten Höhen – wie sehr wünschen sich Mieter und Hausbesitzer, von Erdgas und Erdöl unabhängig zu sein. Beispiel für eine konsequente Lösung ist ein Solarhaus-Projekt auf den Gonsbachterrassen in Mainz. Entwickelt wurde das Energiekonzept für „Solar One“ von der Firma hn energieconsult. Im Beisein von Bürgermeister Günter Beck erklärten die Entwickler kürzlich bei der Grundsteinlegung Besonderheiten des Projektes wie den Elektrocarport oder die Tatsache, dass unter dem Haus Sonnenwärme über lange Zeit gespeichert werden kann.
„Solar One“ ist ein Nullemissionshaus, das zu 100 Prozent regenerativ beheizt wird. Für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung werden keine Emissionen freigesetzt. Die benötigte Energie wird zum Einen durch Photovoltaikanlagen, zum Anderen durch eine solare Geothermieanlage gewonnen. Bezüglich der eingesetzten Technik fiel die Entscheidung auf das Gesamtkonzept der Firma IMMOSOLAR: die Solarwärme kann, je nach Bedarf, mit Hilfe des patentierten EnergyManagementSystems den einzelnen Bereichen des Hauses direkt zugeführt oder auch unter der Bodenplatte zwischengespeichert werden. Somit bedient sich die Wärmepumpe eines Mediums mit einer stets hohen Quelltemperatur, was zur Folge hat, dass Dank der Hocheffizienz der Wärmepumpe Jahresarbeitszahlen größer 5,3 erreicht werden. Damit kann die im Sommer eingefangene Energie über den Winter gespeichert werden. Der Erdsolespeicher liegt unter der Bodenplatte und ist von mehreren Seiten isoliert.
Eine zusätzliche Besonderheit der Gebäudetechnik: Von der Sonnenenergie profitiert auch der Carport. Ein dort abgestelltes Elektroauto kann hier direkt „Sonnenstrom“ tanken.Bauherr Horst Neises ist selbst Ingenieur und setzt auf einen weiteren zukunftsweisenden Aspekt des Solarhauses: die Kombination aus solarer Energiegewinnung und patentierter Erdsolespeicherung soll in den nächsten Jahren in Solar One weiter erforscht und ausgewertet werden, um die Effizienz dieser Anlagenkonstellation zu prüfen. Besondere Beachtung innerhalb der Projektentwicklung fand auch die Optik. Sie kommt durch die gelungene Integration der Solaranlage nicht zu kurz, das architektonische Gesamtbild wird nicht gestört. Bürgermeister Günter Beck reagierte nach Aufnahme aller technischen Details überzeugt: „Ein innovativer Beitrag für den Klimaschutz in Mainz“, sagte er. Er hofft, dass bald noch mehr Solarhäuser in Mainz entstehen. Die geschätzten CO2-Einsparungen des Hauses liegen bei rund sechs Tonnen pro Jahr. Die kontrollierte Lüftungsanlage sorgt ständig für frischen Luftaustausch, wobei die Energie aus der Abluft dem Gebäude teilweise erneut zugeführt wird. Das Haus ist im Vergleich zu einem EnEV-Standard-Haus ca. 10% teurer, doch für die Bauherren-Familie zählt in erster Linie der Klimaschutz.“ Was wir heute an Treibhausgasen in die Luft blasen, vermindert morgen die Lebensqualität unserer Kinder“, sagt die Bauherrin Marion Theres Neises, die als Wirtschaftsjournalistin trotzdem auch die Kosten im Auge behält: „Die Investition rechnet sich im Übrigen auch im Alter. Schon jetzt haben wir nur noch Nebenkosten von 20 Euro im Monat.“ Konkrete Kalkulationen ergeben: die mit diesem Modell verbundenen Kosten amortisieren sich bei den jetzigen Energiekosten nach 12-15 Jahren, je nach Preissteigerung der Energiepreise auch schneller. Als Zeichen, dass das Ende der fossilen Energien in diesem Haus schon Realität ist, hatte der Sohn der Familie mit seinen Freunden symbolisch Flaschen mit Kohle, Öl, Gas und „Uran“ im Grundstein versenkt. Eine Idee des 8-jährigen Max, als Aufruf für mehr Klimaschutz. „ Bei uns machen die nun keine Kohle mit der Kohle mehr“. Projektvideo |






